Keratoconjunctivitis sicca

 

Keratoconjunctivitis sicca

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Definition

Trockenheit und Entzündung der Konjunktiva (Bindehaut), aufgrund einer Dysfunktion der Tränendrüsen. Tritt die Keratoconjunctivitis sicca zusammen mit Xerostomie und Polyarthritis auf, wird sie als Sjögren-Syndrom bezeichnet.

QuelleHONselect

Das sogenannte trockene Auge ist eine Gruppe von Veränderungen am Auge, die zu einer nicht ausreichenden Schmierung, Befeuchtung und Ernährung der Augenoberfläche (Hornhaut und Bindehaut) führen. Folge sind Entzündungen und Beschädigungen - teilweise auch der Lider - mit verschiedenen Beschwerden. 

Der Tränenfilm, der die Augenoberfläche pflegt, glättet, schützt und ernährt, ist in seiner Zusammensetzung und/oder Menge verändert. Er wird instabil, die Augenoberfläche wird mit der Zeit wund und es kommt zu Reizerscheinungen. Die Schäden die entstehen, sind vorübergehend oder dauerhaft. Unter dem Elektronenmikroskop sieht die Schleimhaut- und Hornhautoberfläche so trocken und aufgeplatzt aus, wie die Erde eines Feldes während einer trockene Periode. Daher auch der Begriff trockenes Auge, analog zur trockenen Haut. Das Auge muß sich jedoch gar nicht trocken anfühlen. 

Deswegen sind viele Patienten auch irritiert über die Diagnose, da sie ganz andere Beschwerden als auffällig empfinden. Je nach Hauptursache der Befeuchtungsstörung reagiert das Auge nämlich sehr unterschiedlich. Dies sind z.B. Rötungen, allergisch bedingtes Jucken (durch die poröse Oberfläche dringt vieles ein) vermehrtem aber zu dünnflüssigem Tränenfluß, Sehstörungen und -verschlechterungen, Bildung von weißlichem Schleim, Lidrandentzündungen, Kontaktlinsenunverträglichkeiten oder Schmerzen (Druck- oder Sandkorngefühl). Es treten jedoch nicht alle diese Beschwerden auf. Es kann durchaus bei häufigem Tränen bleiben.

Quellewww.auge-online.de

Symptome

Die häufigsten Symptome sind Reizungen der Bindehaut, das Gefühl von Sandkörnern in den Augen, Augenbrennen, schleimige fibröse Absonderungen und verschwommenes Sehen. 

Patienten mit faserigen Absonderungen verspüren möglicherweise heftige Schmerzen beim Blinzeln. Diese Symptome verstärken sich in trockener Luft (klimatisierte Räume, Heizung oder Wind), nach langem Lesen oder wenn der Blinzelreflex vermindert ist. 

Im Tränenfilm können Anomalien festgestellt werden wie schleimige Absonderungen, die sich beim Bengalrosa-Test verfärben und die sich tendenziell mit jedem Lidschlag bewegen, kleine kommaförmige Hornhautfilamente und oberflächliche Epithelläsionen.

Quellewww.iqb.es

Häufigkeit

Das trockene Auge zählt zu den häufigsten Augenproblemen. Etwa zehn Prozent der Bevölkerung sind von dieser Erkrankung im Lauf ihres Lebens betroffen. Da es mit zunehmendem Alter deutlich häufiger vorkommt, wird sich das Problem trockenes Auge in den nächsten Jahren verschlimmern.

Copyright by ARS MEDICI. Verfasserin: Dr. med. Claudia Borchard-Tuch. Datum: Juli 2012.

Quellee-learning.tellmed.ch

Ursachen

Wie ein trockenes Auge entsteht: 

Ungefähr zwölfmal in einer Minute schlägt ein Mensch seine Augenlider auf und nieder. Bei jedem Schlag legt sich über das Auge ein gleichmässiger Tränenfilm. Die beiden am inneren Augenwinkel gelegenen Tränenpünktchen nehmen die Tränenflüssigkeit auf. Über die Tränenröhrchen gelangt die Tränenflüssigkeit in den Tränensack und von hier über den Ductus nasolacrimalis in die Nase.

Der Tränenfilm besteht zu grossen Anteilen aus einer wässrigen Schicht und ist von aussen mit einer hauchdünnen Fettschicht überzogen. Sie stabilisiert den Tränenfilm und bewahrt ihn vor einer schnellen Verdunstung. Mit der inneren Schleimschicht haftet der Tränenfilm auf Horn- und Bindehaut.

Nach einem Lidschlag muss der Tränenfilm für mindestens zehn Sekunden bestehen bleiben. Ansonsten reisst die äussere Fettschicht auf und die Tränenflüssigkeit fliesst von der Hornhautoberfläche ab. Dies passiert beim gesunden Auge jedoch nicht, da der nächste Lidschlag bereits einen neuen Film aufgebaut hat. Ist die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit jedoch verändert, kann der Tränenfilm bereits vor dem nächsten Lidschlag aufreissen. 

  • Die Qualität des Tränenfilms verschlechtert sich bei Erkrankungen der Talgdrüsen am Lidrand (beispielsweise bei Blepharitis). 
  • Die Meibom-Drüsen produzieren die äussere Lipidphase des Tränenfilms, welche eine übermässige Tränenfilmverdunstung verhindert und den Tränenfilm stabilisiert. Ein Androgenmangel, wie er in der Menopause, unter antiandrogener Therapie und beim Sjögren-Syndrom auftreten kann, stört die Funktion der Meibom-Drüsen und führt so zu einem trockenen Auge (1). 
  • Die Zusammensetzung des Tränenfilms kann sich auch infolge eines Vitamin-A-Mangels oder der Einnahme verschiedener Medikamente (u.a. Betablocker, Antihistaminika, Ovulationshemmer, Retinoide) ändern. 
  • Bei unvollständigem Lidschluss kommt es ebenfalls zu einem trockenen Auge. Dies ist beispielsweise bei der Basedow-Erkrankung der Fall. 
  • Ein trockenes Auge kann auf einer zu geringen Tränenproduktion beruhen. Da die Tränenproduktion mit den Jahren nachlässt, geht ein höheres Lebensalter des Öfteren mit einem trockenen Auge einher. Eine verminderte Tränenproduktion kommt auch im Rahmen verschiedener Autoimmunerkrankungen wie Rheumatoide Arthritis, Lupus erythematodes oder Pemphigus vor.
  • Ungünstige Umgebungsbedingungen können die Augen ebenfalls austrocknen lassen: In trockenen Räumen verdunstet der Tränenfilm schneller. 
  • Bei konzentrierter Bildschirmarbeit besteht die Gefahr, dass die Augen nicht ausreichend mit Feuchtigkeit benetzt werden. Dieses Phänomen wird office eye syndrome genannt. 
  • Auch Kontaktlinsen können zu einem trockenen Auge führen.

Literatur : 1. Schirra F, et al.: Sexualhormone und trockenes Auge. Ophthalmologe 2009; 106: 988 bis 994.

Copyright by ARS MEDICI. Verfasserin: Dr. med. Claudia Borchard-Tuch. Datum: Juli 2012.

Quellee-learning.tellmed.ch

Die Tränenproduktion wird auf sehr komplizierte Weise gesteuert. So unterliegt sie schon bei Gesunden erheblichen Tagesschwankungen in Menge und Zusammensetzung. Alle kennen die verminderte Tränenproduktion gegen Abend, nämlich dann, wenn wir müde werden (das Sandmännchen kommt). Die Tränenproduktion nimmt auch mit zunehmendem Alter ab. Frauen sind davon stärker als Männer betroffen. Weibliche Sexualhormone erhöhen das Risiko eines Trockenen Auges. So konnte z. B. nachgewiesen werden, dass eine Beziehung zwischen Hormonersatztherapie (vor allem Östrogen) bei Menopausenbeschwerden und Trockenem Auge besteht. Es gibt Trockene Augen aber auch bereits bei Kindern, dann überwiegend im Zusammenhang mit immunologischen Erkrankungen, Zuckerkrankheit, allergischen Bindehauterkrankungen oder Neurodermitis. Auch Rauchen fördert die Entstehung eines Trockenen Auges. Benetzungsstörungen treten häufig in Verbindung mit Allgemeinerkrankungen auf, z.B. bei Zuckerkrankheit, Schilddrüsenerkrankung, bei chronischem Rheumatismus oder entzündlichen Gefäßerkrankungen. Die Bindehaut des Auges, die an der Produktion eines Teiles des Tränenfilms beteiligt ist, gehört zu einem komplexen Immunsystem unseres Körpers. Somit gehen viele immunologisch bedingte Erkrankungen mit Trockenen Augen einher. Medikamente, die über längere Zeit eingenommen werden, greifen in den subtilen Vorgang der Tränenproduktion ein, wie etwa Psychopharmaka, Schlafmittel, Beta-Blocker, Hormone oder Medikamente gegen Allergien.

 

Quellewww.dog.org

Komplikationen

Trockene Augen (Sicca-Syndrom, Keratoconjunctivitis sicca) zeigen bei entsprechender Behandlung meist einen guten Verlauf. Die unzureichende Benetzung der Augen mit Tränenflüssigkeit und die damit verbundenen Beschwerden können für die Betroffenen allerdings sehr belastend sein und die Fähigkeit, bestimmte Tätigkeiten auszuüben, einschränken. Die Augen beziehungsweise ihre Sehkraft sind jedoch in der Regel nicht gefährdet. Nur in besonders schweren Fällen können trockene Augen einen so schweren Verlauf nehmen, dass die Hornhaut durch die Folgen der Benetzungsstörung dauerhaft geschädigt ist.

Quellewww.onmeda.de

Diagnose

Schirmer-Test: Bei diesem einfachen Test wird ein Fliesspapierstreifen umgeknickt und in den Lidwinkel des Unterlids eingehängt, um zu messen, wie die Tränenflüssigkeit fliesst. Der Test kann am unbetäubten Auge oder unter lokaler Betäubung durchgeführt werden: Mit der Betäubung verringert sich die Tränensekretion; beim Test am unbetäubten Auge kann die Tränensekretion aufgrund der Reizung durch den Papierstreifen erhöht ausfallen.

Phenolrot-Fadentest: Der Test ist sehr ähnlich wie der Schirmer-Test, es wird dabei aber ein mit Phenolrot eingefärbter Faden verwendet, der am Unterlid eingehängt wird. Der Baumwollfaden reizt das Auge weniger stark als das Filterpapier und der Fluss der Flüssigkeit zeigt sich an der Rotfärbung. Für diesen Test ist keine Betäubung notwendig.

Bengalrosa-Test: Bengalrosa färbt abgestorbene Epithelzellen und Muzin an. Beim trockenen Auge zeigt sich dadurch ein bestimmtes Muster. Ausserdem wird auch die Hornhaut eingefärbt. Der Nachteil dabei ist, dass Bengalrosa reizend wirkt und so zu einer fälschlicherweise positiven Diagnose führen kann.

Aufrisszeit des Tränenfilms: Die Tränenfilmaufrisszeit ist ein Indikator für die Stabilität des präkornealen Tränenfilms. Dabei wird der Farbstoff Fluoreszein in das Auge eingeträufelt und der Patient wird gebeten, ein paar Mal zu blinzeln und danach das Auge offen zu halten. Mit einer Spaltlampe mit vorgeschaltetem Kobaltblau-Filter wird untersucht, wie lange es dauert, bis der Tränenfilm aufreisst und trockene Stellen auftreten, die als dunkle Flecken erkennbar sind.

Quellewww.iqb.es

Behandlung

An erster Stelle der schnell helfenden und symptomatischen Therapien steht die Gabe von Tränenersatzmitteln, die auch Benetzungslösungen genannt werden und möglichst keine Konservierungsmittel enthalten sollten. Diese künstlichen Tränen werden mehrmals am Tag in das Auge getropft oder als Gel in den Bindehautsack gegeben und ersetzen die wässrige, in de Mitte des Tränenfilms befindliche Schicht. 

Augengele bleiben zwar länger auf der Augenoberfläche als Augentropfen, verschleiern jedoch die Sicht für eine Weile. Ergänzend kann ein Augenspray verwendet werden, welches die Lipidschicht des Tränenfilms ersetzt. Der Vorteil dieses Präparates ist, dass es die Verdunstung der normalen Tränenflüssigkeit und somit ein Trockenwerden des Auges verzögert (z.B. Tears Again (R) oder Liponit Lidspray (R)).

Zusätzlich kann zur Nacht eine Salbe aufgetragen werden, die ebenfalls die Lipidschicht des Tränenfilms ersetzt. Bei sehr ausgeprägten Beschwerden besteht außerdem die Möglichkeit, die Tränenpünktchen, über die die Tränenflüssigkeit des Auges abfließt, zu verschließen. Die Tränenpünktchen werden dabei entweder verödet oder mittels so genannter Punctum plugs künstlich verschlossen. Die ursächliche Therapie des trockenen Auges ist außerdem Gegenstand der Forschung an vielen Unikliniken, so dass man dort noch weitere, jedoch weniger verbreitete Behandlungsmöglichkeiten finden kann.

Quellewww.portal-der-augenmedizin.de

 

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