Myopie

Einige der nachfolgenden Texte wurden von provisu ins Deutsche übersetzt. Für die Korrektheit und Vollständigkeit der originalsprachlichen Texte kann keine Garantie übernommen werden und die Übersetzungen haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern dienen lediglich als Informationsangebot nach bestem Wissen und Gewissen. Sie können aber auf keinen Fall die kompetente Beratung durch einen Facharzt ersetzen.

Definition

Refraktionsfehler, bei dem Lichtstrahlen, die parallel zur optischen Achse in das Auge fallen, sich beim Blick in die Weite schon vor der Retina treffen. Ursache dafür ist eine zu stark gekrümmte Kornea oder ein zu langer Augapfel. Ein Synonym für Myopie ist Kurzsichtigkeit. Kurzsichtige Personen sehen sehr gut in die Nähe, aber schlecht in die Weite.

QuelleHONselect

Die Myopie oder Kurzsichtigkeit ist ein so genannter Refraktionsfehler. Bei kurzsichtigen Personen ist die Augenkugel zu lang oder die Hornhaut ist zu stark gekrümmt, sodass der Brennpunkt des einfallenden Lichts nicht am richtigen Ort liegt. Die Lichtstrahlen treffen vor der Netzhaut (dem lichtempfindlichen Gewebe im hinteren Teil der Augenkugel) aufeinander, statt dass ihr Brennpunkt direkt auf der Netzhaut zu liegen kommt. So nimmt das Auge auf weite Entfernung nur unscharfe Bilder wahr.

Quellemy.clevelandclinic.org

Symptome

 Normale Sehkraft und Myopie

Häufigkeit

Die Prävalenz der Myopie hat in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Dies konnte in bestimmten Regionen, zum Beispiel in Südostasien, insbesondere in Japan und vor allem in China, festgestellt werden, aber auch in Amerika, in Australien und sogar in Europa. In Asien erreicht die Kurzsichtigkeit Rekordzahlen: In bestimmten Regionen sind beinahe 60 % der Bevölkerung kurzsichtig. Im Hinblick auf dieses Phänomen auf dem asiatischen Kontinent wird sogar von einer Epidemie gesprochen. Die Anzahl betroffener asiatischer Kinder steigt an, die Kurzsichtigkeit tritt immer früher auf und wird immer stärker. Bis heute konnten die Hintergründe der Entstehung der Myopie nicht geklärt werden. Es wird ein Zusammenhang sowohl mit erblichen Faktoren als auch mit Umwelteinflüssen vermutet. Gemäss einer taiwanesischen Studie aus den Jahren 1983 und 2000 ist die Myopie in städtischen Gebieten stärker verbreitet: Die Prävalenz im Alter von 12 Jahren ist in den letzten 20 Jahren von 37 % auf 61 % gestiegen. Dabei wurde festgestellt, dass die Anzahl der betroffenen Kinder zunimmt, dass die Kurzsichtigkeit früher und stärker auftritt, und vor allem, dass sie in städtischen Gebieten dreimal häufiger vorkommt als in ländlichen Gebieten. Statistiken der neueren Zeit zeigen, dass in den Vereinigten Staaten die Rate an kurzsichtigen Personen von 25 % im Jahr 1970 auf 42 % in den Jahren 2000 gestiegen ist. In Frankreich sind schätzungsweise 39 % der Bevölkerung von Myopie betroffen (Zahlen des französischen Ophthalmologenverbandes), wobei Frauen stärker betroffen sind. Ähnliche Zahlen wurden auch in anderen europäischen Ländern und in den Vereinigten Staaten festgestellt.

Quellewww.ophtalmologie.fr

Ursachen

Physische Erklärung 

Die Lichtstrahlen, die in das Auge einfallen, werden durch die Hornhaut und die Linse gebrochen. Damit das Auge scharf sieht, muss der Brennpunkt der Lichtstrahlen genau auf der Netzhaut liegen. Beim kurzsichtigen Auge liegt der Brennpunkt vor der Netzhaut und dies hauptsächlich aus zwei Gründen: weil die Hornhaut zu stark gekrümmt ist oder weil die Augenkugel zu lang ist.

Ursachen und Formen der Myopie

Es wird zwischen zwei Formen der Myopie unterschieden:

  • Myopia simplex: bis zu 8 oder 9 Dioptrien. Nimmt nach dem 20. Lebensjahr meist nicht mehr zu.
  • Myopia maligna (progressiva): über 9 Dioptrien. Sie stabilisiert sich erst in einem höheren Alter als die Myopia simplex.

Die Myopia maligna (auch Myopie magna) kann auch zu Degenerationen der Netzhaut, des Glaskörpers und der Aderhaut führen. Ausserdem besteht die Gefahr einer Ablösung der Netzhaut, des Auftreten eines Glaukoms und von Katarakten und in Extremfällen sogar einer Erblindung. Frauen sind häufiger davon betroffen.

Die Myopia simplex kommt viel häufiger vor. Sie tritt während der Kindheit und der Jugend auf und bringt keine schwerwiegenden Probleme mit sich. Je früher die Myopie auftritt, desto stärker wird sie sich entwickeln, bis die Stabilisierung eintritt.

Myopie kann auch von bestimmten Formen von Katarakten ausgehen. Sie kann aber auch durch einen Keratokonus verursacht werden, eine Krankheit, bei der die Hornhaut verdünnt und zugleich stärker gekrümmt wird. Es kann auch die so genannte Pseudomyopie auftreten, die durch bestimmte Medikamente oder Krankheiten wie zum Beispiel Diabetes Typ 2. Die Pseudomyopie verschwindet in der Regel, sobald die Ursachen aufhören.

Genetische Veranlagung

Die Wahrscheinlichkeit, eine Myopie auszubilden, liegt höher, wenn Personen in der Familie bereits davon betroffen sind.

Umwelteinflüsse

Ein Zusammenhang zwischen bestimmten Verhaltensweisen und dem Auftreten einer Myopie konnte nicht eindeutig nachgewiesen werden. Dennoch ist es möglich, dass die Ausübung von Aufgaben, die das Nahsehen konstant beanspruchen, während den Entwicklungsphasen des Körpers, das Auftreten von Kurzsichtigkeit beeinflussen können.

Quellewww.opticas.info

Diagnose

Eine kurzsichtige Person kann mühelos Sehtests für den Nahvisus lesen (z.B. SZB-Test), weist aber Probleme auf, die Snellen-Tafel zu lesen (Test des Fernvisus). Eine allgemeine Untersuchung durch den Augenarzt beinhaltet:

  • Messung des Augendrucks (Tonometrie)
  • Refraktionstest zur Bestimmung des richtigen Brillenrezepts
  • Retina-Untersuchung
  • Spaltlampenuntersuchung der Hornhaut
  • Test des Farbensehens, um eventuelle Farbsehstörungen aufzudecken
  • Motilitätsprüfung (Test der Muskeln, die das Auge bewegen)
  • Visusprüfung, sowohl Fernvisus (Snellen) als auch Nahvisus (z.B. SZB-Test)

QuelleMedlinePlus

Behandlung

Um scharf sehen zu können, muss das Bild von entfernten Gegenständen auf der Netzhaut in einem Punkt zusammentreffen. Das Ziel einer Korrektur der Myopie ist daher, den Einfallwinkel der Lichtstrahlen so zu verändern, dass deren Brennpunkt auf der Netzhaut liegt.

Bei der Korrektur der Myopie durch eine Brille werden zerstreuende, konkave Gläser verwendet, die das Bild auf die Netzhaut verlängern. Je stärker die Korrektur ist, umso mehr nimmt die betroffene Person die direkte Umgebung kleiner als in der Realität wahr. Ausserdem ist das Brillenglas bei einer stärkeren Korrektur auch schwerer, das heisst, dick am Rand und dünn in der Mitte.

Eine Myopie kann auch durch Kontaktlinsen korrigiert werden. Dabei können sowohl weiche Kontaktlinsen zum Wegwerfen (Tages- oder Monatslinsen) als auch traditionelle oder harte Kontaktlinsen verwendet werden. Bei einer Korrektur durch Linsen werden die Bilder in ihrer normalen Grösse wahrgenommen, denn durch die Nähe der Korrektur zur Hornhaut wird das Bild auf der Netzhaut vergrössert. Da die Bilder grösser gesehen werden als mit einer Brille, wird bei starker Kurzsichtigkeit mit Kontaktlinsen häufig eine bessere Sehschärfe erreicht, die bei einer Kurzsichtigkeit von -8 Dioptrien bis zu 2/10 erreichen kann. Ausserdem ist das Gesichtsfeld grösser, das heisst, das periphere Sehen erfasst einen grösseren Winkel, insbesondere bei starker Myopie. Stark kurzsichtige Personen sehen zudem mit Kontaktlinsen besser in der Nacht, da im Vergleich zu Brillen mehr Licht auf die Netzhaut fällt (25 % bei einer Myopie von -10 Dioptrien). Es ist jedoch anzumerken, dass die Stärke der Kontaktlinse ab einem bestimmten Grad der Myopie (-4 Dioptrien) merkbar niedriger ausfällt als die Stärke der Brillengläser (zum Beispiel -7 Dioptrien bei einer Brille entsprechen -6.5 Dioptrien bei Kontaktlinsen). Bei mehrjährigem Tragen von Kontaktlinsen kann es häufig zu einer Kontaktlinsenunverträglichkeit kommen. In einem solchen Fall ist von der Verwendung von Kontaktlinsen abzusehen oder diese sollten nur zeitweise getragen werden.

Die Myopie kann auch operativ korrigiert werden, indem die Krümmung der Hornhaut mittels Excimerlaser korrigiert wird, oder im Fall einer starken Myopie, indem eine künstliche Linse in das Auge implantiert wird. Gegenwärtig zwei verschiedene chirurgische Vorgehensweisen: so genannte additive chrirurgische Eingriffe und so genannte substraktive chriurgische Eingriffe. Bei der substraktiven Chirurgie wird mit einem Excimerlaser die Oberfläche der Hornhaut abgetragen, damit diese weniger stark gekrümmt ist. Die Abtragung des Hornhautgewebes kann oberflächlich durchgeführt werden (PRK, LASEK, EPI-LASIK) oder mit Verfahren, bei denen zuerst eine Lamelle der Hornhaut aufgeklappt wird (herkömmliche LASIK oder Femto-LASIK). Bei der additiven Chirurgie wird ein Implantat eingesetzt.

Quellewww.ophtalmologie.fr

Bilder

  Eindruck derselben Szenerie bei Kurzsichtigkeit (simuliert durch Unschärfe im Fernbereich)

Human eyesight two children and ball with myopia

QuelleSee page for author [Public domain], via Wikimedia Commons


 

 

Suchen Pro Visu